Vorgabeklassen

Handicap

Mit dem Handicap (HCP) ist beim Golf ein Vergleich der Leistung von Amateur-Spielern verschiedener Spielstärken möglich. Das Handicap eines Golfers gibt an, wie viele Schläge mehr als der Platzstandard ein Spieler in einem Zählspiel benötigt. Bei einem Platzstandard von 72 und einem Handicap von -18 darf ein Spieler also 90 Schläge benötigen, um sein Handicap zu bestätigen. Die Stammvorgabe (StV) wird vom jeweiligen Heimatclub geführt.
 
WICHTIG: Mit erfolgreichem Bestehen der Platzreife hat ein Spieler nur noch "PR" im Vorgabestammblatt und am DGV Ausweis. Aus der ehemalige Clubvorgabe (HCP-54 bis HCP-37) wird ab Januar 2016 die Vorgabeklasse 6. Damit muss das HCP-54 entweder bei einem vorgabewirksamen Turnier oder bei einer EDS Runde erspielt werden.

Vorgabe-Klassen

Vorgaben-Klasse 1   bis HCP -4,4
Vorgaben-Klasse 2 HCP -4,5 bis HCP -11,4
Vorgaben-Klasse 3 HCP -11,5 bis HCP -18,4
Vorgaben-Klasse 4 HCP -18,5 bis HCP -26,4
Vorgaben-Klasse 5 HCP -26,5 bis HCP -36
       
Vorgabe-Klasse 6 HCP -37 bis HCP -54

Stammvorgabe

Zur Berechnung des Handicaps dient die Stammvorgabe, die auf eine Kommastelle genau ist. Das Handicap ergibt sich aus der gerundeten Stammvorgabe. Ein Spieler mit einer Stammvorgabe von -23,4 hat also HCP -23, während ein Spieler mit einer Stammvorgabe von -23,5 bereits ein Handicap von -24 hat. Die jeweilige Spielvorgabe, die ein Spieler mit einem bestimmten Handicap auf einem Golfplatz hat, ergibt sich aus der Course-Rating-Tabelle (für Scratch-Golfer) bzw. aus dem Slope-Wert des zu spielenden Platzes. Die Vorgaben werden vom Deutschen und Österreichischen Golfverband analog zum Handicap in verschiedene Vorgabenklassen eingeteilt.

Wichtig: Clubvorgabe

Die Clubvorgabe (Hcp-37 bis Hcp-54) gibt es ab Januar 2016 nicht mehr. Daraus wurde die Vorgabeklasse 6. Beim Verbessern wird mit 1,0 Punkten nach unten gezählt. In der Vorgabeklasse 6 kann man sich nicht mehr verschlechtern.

Spielvorgabe

Die Stammvorgabe ist vor einer Runde in die sogenannte Spielvorgabe umzurechnen. Die Spielvorgabe hängt stets davon ab, wie leicht oder schwer der Platz ist. Auf schweren Plätzen wird man mit einem höheren, auf leichten Plätzen mit einer niedrigeren Vorgabe spielen. Unter- und Überspielungen beziehen sich dann auf diese Spielvorgabe. Errechnet wird die Spielvorgabe wie folgt:

Spielvorgabe = Stammvorabe x (Slope-Wert/113) - Course-Rating-Wert + Par

Verbesserung und Verschlechterung des Handicaps

Verbesserung und Verschlechterung des Handicaps: Spielt man in einem vorgabewirksamen Turnier besser bzw. schlechter als das eigene Handicap, verbessert bzw. verschlechtert man sein Handicap. Verbesserungen oder Verschlechterungen der Vorgabe sind nur in vorgabewirksamen Turnieren oder bis StV -11,5 auf Privatrunden (EDS-Runden) möglich. Bedingung hierfür ist jedoch, dass der Zähler kein Familienmitglied ist und eine Stammvorgabe von -54 oder besser hat. Eine Privatrunde muss in der Regel vor Beginn des Spiels im Sekretariat des Golfclubs angemeldet werden.

Bei der Handicap-Verbesserung wird, je nach Handicap-Klasse, jeder Schlag, um den man sich unterspielt, unterschiedlich gewertet. Natürlich kann man sein Handicap beim Golf nicht nur verbessern, sondern (leider) auch verschlechtern. Man verschlechtert sich immer dann, wenn man bei einem vorgabewirksamen Turnier schlechter als das eigene Handicap spielt und außerdem den sogenannten Pufferbereich (siehe Tabelle) nicht erreicht. Hochgesetzt wird das Handicap dann immer um 0,1 bzw. 0,2 Punkte.

In der Vorgabeklasse 5 und 6 sind Verschlechterungen nicht möglich. Pufferbereich bedeutete bisher, dass das eigene Handicap nicht hochgesetzt wird, wenn man höchstens so viele Schläge, wie im Puffer für die jeweilige Handicap-Klasse vorgegeben, schlechter spielt.

Course Rating

Der Course-Rating-Wert ist das Maß des Schwierigkeitsgrades eines Golfplatzes für Scratch-Spieler (Vorgabe 0) unter normalen Platz- und Wetterbedingungen. Ermittelt wird dieser Wert aus der effektiven Spiellänge des Platzes und anderen Erschwernisfaktoren, soweit sie das Spiel der Scratch-Spieler beeinflussen ( z.B. die Breite der Fairways, die Höhe des Roughs, die Größe der Grüns, Höhenunterschiede, Schräglagen, etc.). Der Course-Rating-Wert wird in Schlägen angegeben, auf eine Dezimalstelle hinter dem Komma genau.

Slope

Der Slope-Wert ist das Maß des relativen Schwierigkeitsgrades eines Platzes für Golfer, die nicht Scratch-Spieler sind, d.h. eine höhere Vorgabe als 0 haben. Der Slope-Wert wird gerundet auf ganze Zahlen angegeben und kann zwischen 55 und 155 liegen. Ein Golfplatz mit einem standardisierten mittleren Spielschwierigkeitsgrad hat einen Slope-Wert von 113 (Basis-Slope-Faktor).